Der Bedarf einer (privaten) Pflegezusatzversicherung

nursing homePflegebedürftig zu werden ist schon lange keine Seltenheit mehr und es trifft auch immer häufiger noch jüngere Leute, sodass sich das Risiko des Pflegefalls nicht ausschließlich auf ältere Menschen beschränkt. Pflegebedürftig bedeutet, dass die alltäglichen Verrichtungen zur Bestreitung des Lebens nicht mehr ganz alleine oder eventuell auch überhaupt nicht mehr ohne fremde Hilfe zu bewältigen sind. Zu diesen Tätigkeiten gehören unter anderem die Körperpflege, das An- und Ausziehen, die Nahrungszubereitung und die entsprechende Nahrungsaufnahme.

Die gesetzliche Pflegeversicherung und ihre Pflegestufen
Der Staat möchte von vornherein dafür sorgen, dass im Pflegefall niemand ohne finanzielle Mittel da steht, um notwendige Pflegekräfte in Anspruch nehmen zu können. Aus diesem Grund gibt es die gesetzliche Pflegeversicherung als Pflichtversicherung, deren Beiträge wie die der anderen Sozialversicherungen, direkt vom Arbeitgeber in der Gehaltsabrechnung einbehalten werden. Wer privat krankenversichert ist, muss sich auch im Rahmen einer privaten Pflegepflichtversicherung (in der Regel 10% des Krankenversicherungsbeitrags) einen entsprechenden Schutz zulegen.

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind abhängig von der durch einen Arzt festgestellten Pflegestufe. Die Pflegestufe 1 für die erhebliche Pflegebedürftigkeit wird dann attestiert, wenn für mindestens zwei Verrichtungen auf jeden Fall einmal pro Tag fremde Hilfe nötig ist. In die Pflegestufe 2 werden als schwer pflegebedürftig die Personen eingestuft, die zum Beispiel dreimal täglich Hilfe benötigen und als schwerst pflegebedürftig und somit der Pflegestufe 3 zugehörend für die Notwendigkeit, rund um die Uhr Hilfe von anderen zu bekommen.

Gesetzliche Leistungen und der Bedarf einer zusätzlichen Absicherung
Je höher die Pflegestufe, desto größer werden auch die Leistungen durch die gesetzliche Pflegeversicherung. Allerdings reichen die finanziellen Mittel aus diesem gesetzlichen Schutz selten, um die komplette Pflege finanzieren zu können, vor allem vor dem Hintergrund, dass auch noch Geld benötigt wird, um die parallel weiterlaufenden Lebenshaltungskosten stemmen zu können. Gerade wenn man besondere Wünsche hat und das Leben trotz dieses Schicksals als Pflegefall angenehm verbringen und auch genießen möchte, ist der Abschluss einer zusätzlichen privaten Pflegezusatzversicherung enorm wichtig.

So können beispielsweise über die Krankenkassen Pflegetagegeldversicherungen abgeschlossen werden, bei denen für die Zeit der Pflegebedürftigkeit ein festgelegter Tagessatz ausgezahlt wird, der für zusätzliche Kosten wie Arzneimittel, Fahrten zum Arzt oder andere Bedürfnisse verwendet werden kann. Über Lebensversicherer können ebenfalls Pflegezusatzversicherungen in Form einer Rentenversicherung vereinbart werden, die bei einer Pflegebedürftigkeit eine monatliche Rente auszahlen, die ebenfalls zur freien Verfügung steht und das zur Verfügung stehende Geld vermehrt.

Der Abschluss privater Pflegezusatzversicherungen bietet den Vorteil, dass man sich keine Sorgen machen muss, im schlimmsten Fall auf die notwendige Verpflegung verzichten zu müssen. Zu oft müssen ansonsten Angehörige solche Hilfestellungen übernehmen, die eigentlich sowohl fachlich als auch körperlich und seelisch nicht dazu in der Lage sind. Wer seine Pflege bezahlen muss, aber nicht kann, steht oft auch vor dem Problem, dass er seine Besitztümer veräußern muss und seine Verwandten ersten Grades gesetzlich zur finanziellen Unterstützung verpflichtet sind. Nicht die besten Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben trotz gesundheitlicher Probleme und somit ein unumstößliches Argument für ein zusätzliches Finanzpolster über private Zusatzversicherungen.

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